Der Architekt Albert Brenninkmeyer wurde bekannt durch seine Kirchen. Diese werke aus heimischem Stein und Beton-Elementen können wie aus dem Boden gewachsen wirken, obschon sie hoch aufragen und im Innern einen lichtdurchfluteten Raum bergen.

 

 

 

Das Buch "Strukturale Architektur", deutsche oder englische Version,

(25,- € ) kann bestellt werden über folgende Adresse: afbxyz@yahoo.de

Kirche "Maria Frieden"

Zum Töfatt  17

49082  Osnabrück-Sutthausen

Baujahr 1956



Das Mauerwerk ist in Ibbenbürener Sandstein als doppelköpfiges Bruchstein-Mauerwerk ausgeführt. Der beige leicht gemaserte Naturstein gibt dem Bau außen wie innen seinen eigenen Charakter.


Der hier gezeigte Raum atmet die Erhabenheit eines sommerlichen Buchenwaldes, wie wir das auch aus spätgotischen Kathedralen kennen. Die Bauweise jedoch ist völlig neuartig. Statt Pfeilern und Gewölben sind es schlank aufragende Rippenkonstruktionen aus Beton, die den Raum begrenzen und das Dach tragen. Diese erste Kirche steht in Osnabrück - Sutthausen.


Die 19 Meter langen Spanten wurden auf dem Betonboden liegend als Fertigteile hergestellt und nach Abbinden und Erhärten mit einem großen Baukran aufgerichtet, auf das Fundament gesetzt und oben am First zusammengeschraubt.

Alle übrigen Beton-Elemente wie Fensterstützen und die großen Dachrinnen wurden auch auf der Baustelle hergestellt und wie ein Fachwerkhaus zusammengesetzt. Dadurch ist die gesamte Betonrippen-Konstruktion leicht beweglich, was bei Erdbewegungen von Vorteil sein kann.

 

Dass durch diese Bauweise der sonst übliche Gerüstbau für die Dachkonstruktion völlig eingespart werden kann, sei nur am Rande erwähnt.



Grundriss der Kirche

"Maria Frieden"

in Osnabrück-Sutthausen


Grundriss der Kirche

"St. Maria-Magdalena"

in Datteln-Horneburg


Wir zeigen hier die Grundrisse von zwei völlig verschiedenen Kirchen-Typen; links ein der Tradition entsprechender Längsraum und rechts ein die neue Zeit kündender Zentralraum.

Während beim Längsraum die Gemeinde sich in gerader Linie auf den Altar hin ausrichtet, scharen sich beim Zentralraum die Gemeinde-Mitglieder etwa halbkreisförmig um den Altar.

Die Folge ist, dass beim Zentralbau der Kirchenraum in der Mitte viel breiter sein muss. Die Spantenbreite links (Osnabrück) ist, wie beim Mittelschiff des Kölner Doms, 12 Meter. Das mittlere Spantenpaar rechts (Datteln) ist 21 Meter breit. Bei solchen Abmessungen können die Spanten nicht als Fertigteile  hergestellt und aufgerichtet werden. Sie wurden hier in aufrecht stehende Formen als Ortbeton gegossen.




Kirche "St. Maria Magdalena"

Schloss-Straße

45711  Datteln-Horneburg

Baujahr  1963

Die Kirche am Dorfrand ist inzwischen ganz mit Wohnhäusern umgeben.

Die Fensterbänder rings um den Bau bestehen aus fabigen Betonglas-Elementen des Malers A. Iwschenko .


Farbige Abbildungen finden Sie hier: 72157664410725529

 

 

Die steile Dachform dieser beiden Kirchen entspricht den ländlichen Siedlungen, wo alle Häuser Steildach zeigen. Dies ist nämlich eines der Anliegen des Architekten: die Kirche soll zwar herausragen, aber die Harmonie der Umgebung nicht stören.



Als drittes Beispiel zeigen wir ein Pfarrzentrum im Neubauviertel von

Berlin-Rudow. Wegen der langen Zufahrt wurde der Turm als Einfahrtstor an die Straße gestellt.

Kirche  "St. Joseph"

Alt Rudow  46

12357  Berlin-Rudow

Baujahr  1966


Trotz der Breite des Kirchenraumes, 14 m,  wurde hier die Betonrippen-Konstruktion der Dreigelenk-Rahmen wieder angewandt.


Das Tageslicht in diesem Kirchenraum kommt nicht wie üblich von den Seiten her, sondern von dem hinteren Giebel, der ganz in Glas aufgelöst ist.


Gelbes Klinker-Mauerwerk und braune Holzverschalung an der Innenseite der Dachflächen geben dem Raum eine warme Atmosphäre.



Kirche "Johannes Bosco"

Fichtengrund  11

49477  Ibbenbüren-Langewiese

Baujahr  1963


Die Kirche in Ibbenbüren ist ähnlich konzipiert, aber größer. Sie hat über dem Altarraum ein nochmals höheres Dach, wodurch von einem etwa zwei Meter hohen Fensterband extra Tageslicht dort einfällt.



Durch die Erhöhung des Daches erfährt die Formgebung der Rippen-Konstruktion eine starke Steigerung. Die Spantenpaare,  gleiche Breite wie im Längsschiff (12 m ), gelangen zu einer Steilheit, die das Auge zwingt, dieser Linie zu folgen.




Kirche "Clemens Maria Hofbauer"

Theodor-Otte-Str.  72

45897  Gelsenkirchen-Buer

Baujahr  1960

 


 Die Betonglas-Wände neben den Eingangstüren wurden von dem Maler Alexander Iwschenko geschaffen.

Auch im Industriegebiet wurden neue Kirchen gebaut. In Geslenkirchen-Buer, vor der Kulisse eines großen Chemiewerks, steht diese Kirche.

Drei- und viergeschossige Wohnbauten bilden die Umgebung. Da muss auch die Kirche sich hoch aufrichten und ein besonders hoher Glockenturm die Stunden verkünden.



In diesem Land mit viel Regen hat der Architekt dafür gesorgt, dass über den Eingängen seiner Bauten immer ein Vordach ist.

 

 


 

Der sechseckige Grundriss ist ganz auf dem Dreiecks-Raster entworfen; und die Dreigelenk-Rahmen tun ihren Dienst in diesem von Bergschäden bedrohten Gebiet.

Die Spanten tragen das Dach in zierlicher Schlankheit, und die hohen verglasten Seitenwände schaffen einen lichtdurchfluteten Raum.



Kirche "Christi Himmelfahrt"

Potterieplein  50

NL-6216 VB  Maaastricht-Pottenberg

Baujahr 1964

Die Kirche in Maastricht ist mehr als zweimal so groß wie die in Gelsenkirchen, aber auf ähnlichem Grundriss entstanden.


Das mittlere Spantenpaar hat eine Breite von 24 Metern, ist also doppelt so breit wie das Mittelschiff des Kölner Doms.


Die Dreigelenk-Rahmen stehen denn auch als mächtige Pylonen in Reih und Glied.

Die Fenster im unteren Bereich sind aus Betonglas, im oberen aus Bleiverglasung.


Der Gesamtbaukörper umfasst neben einer geräumigen Sakristei auch noch einen Versammlungsraum und eine abtrennbare Werktags-Kapelle.

Der Haupt-Kirchenraum hat keine Bänke sondern lose Bestuhlung. Der Bau wird  nicht nur für den  Gottesdienst genutzt, sondern auch für andere Zwecke wie Vorträge oder Konzerte. Die Dachfläche aus Holz sorgt für gute Akustik.


Farbige Abbildungen finden Sie hier: www.flickr.com/photos/37605444@N07/albums/72157666756932605 


Kirche "Sankt Marien"

Hülsbergstraße 167

45772  Marl-Lenkerbeck

Baujahr 1962

Mit der Kirche in Marl ist das Ideal des Halbkreises um den Altar erreicht. Wie die Abbildungen zeigen, sind die Bänke wirklich in Halbkreis-Segmenten auf der Vorderseite um den Altar gruppiert. Das wurde möglich dadurch, dass der Altar nicht wie üblich an der Schmalseite, sondern an der Breitseite des ovalen Kirchenraumes steht.



Die Raumverhältnisse des ovalen Kirchenraumes sind wegen der großen Höhe auf Fotos  nicht leicht zu erfassen. Darum zeigen wir hier die Entwurfszeichnung.


Die Spanten, die das Dach tragen, sind diesmal aus Holz. Es sind sogenannte Leimbinder. Sie stehen vor den Betonpfeilern der hohen Fensterwand und kommen oben zusammen an einem geschwungenen Firstbalken in der Mitte des Daches.

Grundriss der Kirche in Marl. Der ovale Kirchenraum ist umgeben von einem Rechteck mit vier Seitenkapellen.

Die Orgeltribüne steht diesmal nicht auf Säulen im Kirchenraum, sondern ist nach außen verschoben. Dadurch entstand ein hoher kubusförmiger Vorbau über der Eingangspartie, worin auch die kreisrunde Taufkapelle enthalten ist.


Farbige Abbildungen finden Sie hier : 

https://www.flickr.com/photos/37605444@N07/albums/72157648591606542


Kirche "Maria Frieden"

Stilleweg  12

30655  Hannover-Buchholz

Baujahr  1964

Kirche ohne Turm ist für den planenden Architekten ein ganz besonderes Thema. Der Kirchbau soll doch in seiner Umgebung auffallen. In einem Neubauviertel in Hannover zwischen kubischen Flachdachbauten war diese Aufgabe gestellt. Die Lösung war ein ebenfalls kubischer Baukörper mit einer weit hin sichtbaren Dachpyramide.


Die vier Giebel der Dachpyramide sind ganz verglast und bringen eine Flut von Tageslicht von oben in den Kirchenraum.

Dadurch wird der Blick der Besucher auf die Mitte konzentriert.

Ein niedriger Seitengang umschließt den Hauptraum unter einem zu flachen Giebelchen geschwungenen Betondach. Darunter ist an der Rückseite eine getrennte Andachtskapelle.



Kapelle eines Klarissenklosters.

Wir sehen hier die Form der Dachpyrmiden in kleinem Maßstab.

Der hoch gezogene Altarraum ist von Licht durchflutet und wirkt außen wie ein kleiner Turm.


Der Grundriss zeigt links oben (4) den Altarraum, rechts (6) den Raum der Ordensschwestern und links (2) den Raum für die Besucher. Dazwischen (5) ist die sakristei. Die Schwestern können weder die Besucher sehen, noch von diesen gesehen werden.

Blick vom Raum der Besucher zum Altarraum.


Klosterkapelle

Milanstraße

30627  Hannover-Buchholz

Baujahr  1966



In Garbsen, nicht weit von Hannover, steht auch eine Kirche mit Dachpyramide, diesmal mit einer achteckigen Sternpyramide. In der Eintönigkeit der umgebenden kubischen Flachdachbauten wirkt das wie eine besondere Kostbarkeit.

Kirche "St. Raphael"

Antareshof  5

30823  Garbsen

Baujahr 1967


Blick vom kirchenraum aus nach oben in die Mitte der Dachpyramide. Der sternförmige Schlussstein hat einen Durchmesser von 3 Metern. Aus seiner Mitte hängt ein weit ausladender Kronleuchter.

Die sternförmige Dachpyramide ist ganz aus Beton-Fertigteilen zusammengesetzt und steht auf einem mächtigen Ringbalken der den gesamten Seitenschub auffängt. Auf diesem Balken ist ein streifenförmiges Betonrelief, das in die Verschalung eingeschnitten, mit dem Betonguss als solide Masse von dem Bildhauer Bernard Gewers gefertigt ward.

Der Grundriss zeigt in einem großen Quadrat der Außenmauern das Achteck der 19 Meter breiten Dachpyramide auf acht runden Betonpfeilern.



Pfarrzentrum " Der gute Hirte"

Van Boshuizenstraat 420

1082 BA  Amsterdam - Buitenveldert

Niederlande

                                         Baujahr  1968

Das Pfarrzentrum in Amsterdam steht in großem Gegensatz zu den bisher gezeigten Kirchbauten.  Die Aufgabe war, ein flexibles Zentrum zu schaffen, das der Gemeinde auch für andere Zwecke als der üblichen Gottesdienste dienen kann. Das neue Wohnviertel südlich der Stadt steht auf Sumpfgelände. Um die hier üblichen 12 Meter langen Gründungs-Pfähle zu vermeiden, entschied man sich für einen leichten Bau, der auf einer Betonplatte über dem weichen Boden gewissermaßen schwimmt.

Hier die Ansicht mit der Dachpyramide.

 


Ein Stahlskelett ist die Haupt-Konstruktion. Daran sind die Alluminium-Wandelemente und die Dachkonstruktion befestigt.


Der breite Dachüberstand wirkt als Regen- und Sonnenschutz.

Ein moderner Abendmahls-Saal.

Die Zickzack-Linie in der Mitte des Saales zeigt eine bewegliche Faltwand. Neben dem Atrium ist das Pfarrhaus und eine Kindertagesstätte.

Die Sakristei ist vom Altarraum nur durch ein offenes schmiede-eisernes Gitter getrennt. In diesem Gitter ist ein kugelförmiges Tabernakel eingebaut. Der Altar ist ein leicht versetzbarer Tisch und steht auf einem hölzernen Podium. Neben der Orgel steht auch ein Flügel und ein Cembalo. Die Holzverschalung innen an der Dachpyramide sorgt für gute Akustik.



Das Comenius-College in Mettingen wurde ursprünglich als Mittelschule gebaut. Es ist eine Hallenschule, wo die Klassenräume, statt an langen Fluren, um eine zentrale Halle gruppiert sind. Diese Halle, wo auch die Treppenaufgänge zum Obergeschoss sind, ist Haupt-Verkehrsraum und Treffpunkt für die Belegschaft und kann auch als Aula genutzt werden.  

Die Haupteingansseite der Hallenschule mit Pausen-Vorhalle.

Rotes Klinkermauerwerk und Sichtbeton-Elemente geben dem Bau den Charakter.


Der Physiksaal im Obergeschoss mit ansteigendem Gestühl.

Die Mehrzweck-Halle der Schule in Mettingen, Westfalen.   (Baujahr  1963)



Das Grundstück in Roermond grenzt an das Ufer der Roer, deutsch Rur.  

Einfamilienhaus in Roermond (1963) Niederlande.

Roermond ist, wo die Rur in die Maas mündet. Wegen des hohen Grundwassers gibt es keinen Keller. das Mauerwerk ist aus weißem Handformstein, die das Obergeschoss tragende Decke mit Brüstung ist aus Beton, und die Dächer sind aus Holz.



Die beiden letzten Projekte, Schule in Mettingen und Einfamilienhaus in Roermond, stehen als Beispiele für die vielen anderen Bauten, die das Architekturbüro A.B. in jenen Jahren realisiert hat.

Die hier gezeigten Abbildungen sind alle dem Buch "Strukturale Architektur" entnommen. In diesem Buch hat der Autor die wichtigsten seiner Bauten publiziert und mit umfangreichen Erläuterungen dargestellt.

 

Rechts: Zufahrt zur Kirche in Berlin.



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